"Die Nakba - Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948"

In Israel werden die Ereignisse um 1948, die mit der Ausrufung des israelischen Staates verbunden waren, als Wiedergeburt nach zweitausendjährigem Exil und nach Jahrhunderte langer Verfolgung gewürdigt.

Einen großen Teil der Palästinenser haben diese Ereignisse zu einem Volk von Flüchtlingen gemacht, die sich ihrer Heimat und ihres Besitzes beraubt sehen, ohne Aussicht auf nationale Selbstbestimmung, geschweige denn auf Entschädigung oder gar Rückkehr.

Die aus der Ermordung von Millionen Juden im Nationalsozialismus erwachsene deutsche Schuld hat dazu geführt, dass Gesellschaft, Politik und Medien überwiegend das israelische Verständnis dieses Zeitabschnitts verinnerlicht haben. Dadurch wurde der Blick auf das Leid des palästinensischen Volkes verstellt.

Die Thematisierung der Flucht und Vertreibung dieser Menschen, erst recht ihrer Forderungen nach Rückkehr und Entschädigung, gilt bis heute in Deutschland vielfach als Tabubruch.

Wir sind aber überzeugt, dass ohne die Kenntnis und ohne eine gebührende Anerkennung dieser Seite des Konfliktes Aussöhnung, Gerechtigkeit und Frieden im Nahen Osten keine Chance haben werden.

Mit der Nakba-Ausstellung vom 14.-26.Mai 2012 und dem Begleitprogramm wollten wir hierzu einen Beitrag leisten. Die Ausstellung ist auch jetzt noch unter www.lib-hilfe.de zu sehen.

Pfr. Axel Kajnath
Dr. Götz Schindler